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"Koran verbieten", oder wie PI funktioniert

Monday, January 7th, 2008

An alle, die ebendies schreien. Liebe Mutanten, an eurer Stelle würde ich überlegen, wie es denn mit Buch der Bücher bestellt ist, welches einige von euch so gern haben. Ob es mit dem Grundgesetz kompatibel ist? Nimmt es denn auch Abstand von Frauenfeindlichkeit? Wird darin ganz sicher nicht zum Völkermord aufgerufen?

Wir wissen alle, dass eure schlimmsten Befürchtungen in Bezug auf die Bibel zutreffen. Die Bibel - nicht nur Alte Testament - weist unzählige hässliche Passagen auf, die ihr brav ignoriert, um sich stattdessen auf den Koran zu konzentrieren. Diese selektive Wahrnehmung speist sich aus eurem grenzenlosen Opportunismus, der wiederum das Kernstück eurer “Art zu Denken” ist. Ihr seid für die Emanzipation der Frau, wenn ihr das Fehlen ebenjener in islamischen Ländern ansprecht - wenn es um Deutschland geht, ist die Emanzipation wieder schlecht und das “traditionelle Familienbild” muß her, um den “Ethnotizid der Deutschen” zu verhindern. Ihr seid für Meinungsfreiheit, wenn Aleviten gegen einen Fernsehkrimi demonstrieren, aber gleichzeitig dagegen, wenn sie euch nicht passt. Großer Jubel bricht aus, wenn ihr mit eMails die Löschung einer Satire vn Suleiman Masomi von der Seite des Goetheinstituts erreicht - think Julia Seeliger. Ihr seid “für Juden und Israel” und schmückt euch gern mit Davidssternen, und gleichzeitig gegen Juden, von denen ihr annehmt, sie wären nicht eurer Meinung - keine ernstzunehmende jüdische Webseite verlinkt euer Rassisten-Käseblatt. Ihr findet Schwule toll, wenn sie im Iran gehängt werden, während die europäischen Schwulen wieder schlecht sind, weil sie “das traditionelle Familienbild untergraben”. Menschenrechte sind gut, nur wenn sie irgendwo verletzt werden. So geht es weiter, und weiter, und weiter.

Diese kleinliche Verlogenheit zieht sich wie ein roter Faden durch alles, was ihr absondert. In eurem schizophrenen Weltbild können unvereinbare Gegensätze ohne eine Spur kognitiver Dissonanz nebeneinander existieren. Wenn Adornos Autoritarismusdetektor ausschlägt seid ihr nicht mehr als ein Haufen von opportunistischen Hanswürsten, zu dumm und zu verschüchtert, um eine “neue Massenbewegung” zu sein.

Medienkompetenz auf die grüne Art

Sunday, December 23rd, 2007

Wer sich jetzt fragt, was Medienkompetenz, dieses oft bemühte Schlagwort eigentlich bedeutet - nach einer kurzen Befragung spuckt die Wikipedia eine ganz passable Definition aus, nämlich

Medienkompetenz bezeichnet nach Dieter Baacke die Fähigkeit, Medien und ihre Inhalte den eigenen Zielen und Bedürfnissen entsprechend effektiv zu nutzen. Das umfasst Folgendes:
  1. Medien (Bücher, Zeitschriften, Internet, Hörfunk, Fernsehen etc.) kennen und nutzen können – beispielsweise ein Buch in der Bibliothek suchen und entleihen
  2. sich in der Medienwelt orientieren können – beispielsweise unter den verschiedenen Fernsehangeboten eine Nachrichtensendung finden
  3. an medial vermittelten Kommunikationen teilnehmen können – beispielsweise einen Leserbrief verfassen
  4. eine kritische Distanz zu Medien halten – beispielsweise kommerzielle oder politische Interessen in journalistischen Beiträgen erkennen können
  5. selbst kreativ in der Medienwelt tätig werden – beispielsweise in einer Schülerzeitung, zu einem offenen Kanal oder der Wikipedia etwas beitragen”

Julia Seeliger, irgendwas bei der grünen Jugend Mitglied des Parteirats der Grünen hat eine offenbar leicht divergierende Auffassung von Medienkompetenz, wie aus einem ihrer jüngsten Blogbeiträge deutlich wird. Da berichtet sie stolz, wie sie in einer wagemutigen Aktion die Löschung von NPD-Pressemitteilungen aus einem Pressemitteilungsportal erzielt hat.

Seeligers Begriff “Medienkompetenz” unterscheidet sich kaum von der “Medienkompetenz” der Abmahner und Contentprovider, die nach angeblichen DMCA-Verstößen ganze Server abschalten lassen. “Alles löschen, was mir nicht gefällt, auch wenn es gegen kein Gesetz verstößt”, das ist der Leitspruch der Medienkompetenz seeligerscher Prägung. Ein selbstloser Appell an die Autoritätsrezeptoren der Seitenbetreiber, eine eMail mit gruene.de im Header reicht aus, und schon kann man sich sicher sein, “das Richtige” getan zu haben.

Was das Bild vollständig macht - Julia Seeliger befasst sich in der Partei mit “information society: everything about open source and free licenses, digital rights, future of work, education”. Hübsch, wenn sich pathalogische Zensoren mit solchen Themen beschäftigen dürfen.