Von dressierten Affen und komplizenhaften Schildkröten
Friday, May 18th, 2007“Gelegentlich scheinen Tiere auch von Gauern und Betrügern abgerichtet worden zu sein, um für den Unterhalt ihrer Herren zu sorgen, worüber ausführlich der syrische Derwisch und Alchemist al-Gaubari (gest. 1257) in seiner Schrift Kitab al-muhtar fi kasf al-asrar wa-hatk al-astar (”Buch der Auswahl über die Enthüllung der Geheimnisse und das Zerreißen der Schleier”) berichtet. So wurde im Jahre 1216/1217 in Harran ein dressierter Affe gezeigt, der alle Gesten muslimischer Frömmigkeit vollführt hat, für einen in einen Affen verzauberten indischen Prinzen ausgegeben wurde, und mit dem Geld gesammelt wurde; und Einbrecher haben Schildkröten Kerzen auf den Rücken geklebt, sie durch einen Spalt in ein Haus geschickt und so den betreffenden Raum beleuchtet, um von außen das Inventar begutachten zu können.”
Herbert Eisenstein, Mensch und Tier im Islam, in: Paul Münch (Hrsg.). Tiere und Menschen. Geschichte und Aktualität eines prekären Verhältnisses, Paderborn 1998, S.129.