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Cult of the Auteur, oder keinen Fußbreit den Content-Kommunisten

Wednesday, March 12th, 2008

Andrew Keen ist ein erfolgloser Internet-”Entrepreneur” und Copyrightfaschist, der ob seines Mißerfolges so böse auf das Internet ist, dass er sogar ein Buch mit dem Titel “The Cult of the Amateur” geschrieben hat, in dem er alles geißelt, was sein potenzielles business model hätte werden können. Das Buch ist übrigens voller Fehler. Aber was soll’s, zumindest etwas hat geklappt in seinem entbehrungsreichen Entrepreneur-Leben! In dem Druckerzeugnis, über welches sich schon jeder lustig gemacht zu haben scheint (z.B. Stephen  Colbert)  werden unwahre Behauptungen Lügen über Lawrence Lessig verbreitet. Obwohl seine Anschuldigungen tausendfach widerlegt wurden schafft es Keen nicht, sich zu entschuldigen. Stattdessen lügt er munter weiter

“everybody knows that Stanford Law School professor and Creative Commons founder Larry Lessig lauds the appropriation of intellectual property.”

Textnachweise, die das belegen würden? Wie, immer noch keine? Die verbietet bestimmt der Cult of the Auteur. Nochmal zum Auffrischen. Eine Lüge wird durch Wiederholung bekanntlich wahrer

everybody knows that Stanford Law School professor and Creative Commons founder Larry Lessig lauds the appropriation of intellectual property

everybody knows that Stanford Law School professor and Creative Commons founder Larry Lessig lauds the appropriation of intellectual property

everybody knows that Stanford Law School professor and Creative Commons founder Larry Lessig lauds the appropriation of intellectual property

В Москве злоумышленники похитили биотуалет.

Kasparov baisera ta maman

Saturday, January 19th, 2008

Jedem einigermaßen klar denkenden Beobachter, auch jenseits der Grenzen der “Russischen Föderation” sollte klar sein, dass Garry Kasparov ein unsäglicher Volltrottel ist und sich vorzugsweise mit seinesgleichen umgibt. Ganz gut wird Letzteres von einem der neueren Beiträge auf Kasparovs Internetplattform veranschaulicht, in dem einer seiner Idioten-Stooges dazu auffordert, die kyrillische Schrift als Zeichen “nichtsystemtischer Opposition” aufzugeben. Wenn es unmöglich scheint, die Massen der Wahlberechtigten entlang der Grenzen ihrer politischen Überzeugungen zu spalten - kein Wunder, lieber wählt man Wahnsinnige mit Macht als welche ohne - dann soll der Übergang zur lateinischen Schrift alles richten.

“Der Bruch,” so Aleksandr Trifonov, soll “in der Sphäre der kulturellen Präferenzen der Nation verlaufen.” wenn “die wichtigste nichtpolitische Forderung der Opposition an die Staatsgewalt” wahr wird. “Russische Latinica kann in den Händen der Opposition zu einem Symbol des Widerstandes werden, weil es praktisch unmöglich ist, den Leuten ihre gewünschte Form des Schriftverkehrs zu verbieten”. Wohl wahr, es würde auch niemand die Zungenrede verbieten, nur ist sie halt kein besonders effizientes Kommunikationsmedium. Warum nicht gleich eine neue, künstliche Sprache, Russisch 2.0, garantiert ohne unterschwelligen Autoritarismus? Wäre auch ein ganz schönes Symbol. Des Widerstandes. Und die ganze klassische Literatur, schon von sowjetischen Sprachreformen übel traktiert, die wirft man am Besten gleich mit über Bord.

Der offenbar geistig verwirrte Autor sieht die Geschichte auf seiner Seite. Der Beispiel der Türkei wird zitiert, eines “ehemaligen Imperiums”, welches aus Angst vor “Isolation” den Weg der “der sozialen und ethnischen Modernisierung” wagte (? Mit “ethnischer Modernisierung” meint er wohl nicht den Umgang mit den Kurden und Armeniern?) und zur lateinischen Schrift wechselte, was dem Land “die Möglichkeit der forcierten Entwicklung einer säkularen Gesellschaft” gab. Na denn, Alex, wenn die Aufgabe eines Alphabets alles bedeutet, dann schau mal in die Türkei, wie gut es mit der forcierten Entwicklung der säkularen Gesellschaft dort steht, bald 100 Jahre nach der Reform.

Ach, alles Kleinigkeiten! Trifonov deliriert munter weiter.

“Auf die Beschäftigten der kreativen Berufe wird Latinica einfach unglaublich stimulierend wirken. Stellen Sie sich nur vor, ein neuer Raum für künstlerisches Schaffen und Performance im Zusammenhang stehend mit dem radikalen Wechsel des Schriftbildes. Burljuk und Khlebnikov, nur in lateinisch! Ein kultureller Durchbruch nach Jahrzehnten des auf-der-Stelle-Tretens. Neue Formen, neue Bedeutungen, neue Kunst.”

Oh ja, ich bin gespannt, endlich darf ich dann Khlebnikov in lateinischer Schrift lesen! Seiten voller notdürftig latinisierter Zischlaute! Darauf hat die Welt gewartet, wahrlich. Und die Jahrzehnte des Auf-der-Stelle-Tretens, die vergessen wir einfach, zusammen mit Bakhtin, Rodchenko, Jakobson, Eisenstein, Akhmatova, Zamyatin und all den Anderen. Sie waren einfach nicht true. So wird das ganze russische Jahrhundert auf Vitali Bianki und den Moydodyr reduziert. Und ein Paar neue Kringelchen an den Glyphen eröffnen der Kunst neue Wege!

Trifonovs stream of consciousness ist eine Art Antwort die jüngste Tollheit ausm Kreml, nämlich die mühsam, seite an seite mit China ausgehandelte und kurz bevorstehende Einführung nichtlateinischer URL-Zeichen. Die Gefahr der “Balkanisierung des Internets” ist durchaus real - rein technisch wäre es dann möglich, nur noch chinesische oder kyrillische Domainnamen zum Zugriff zuzulassen und vom übrigen Internet abgeschottete, staatlich kontrollierte “Sub-Internets” zu realisieren. Die Einführung von non-ASCII-Zeichen wäre dabei der erste Schritt.

Damit wir uns richtig verstehen - es ist purer Wahnsinn, lateinische Domainnamen komplett aufzugeben, aber es ebenfalls purer Wahnsinn, deshalb gleich den bedingungslosen Umstieg auf Latinica zu fordern und sich selbst irgendwelche Märchen von einer in Folge dessen zu erwartenden “Trennung der Nation” zu erzählen… Wahnwitzige Kreml-Bürokratie und durchgeknallte “Opposition” ohne Rückhalt in der Bevölkerung - da haben sich zwei gefunden.