Wie man sich selbst auf die schwarze Liste setzt - offener Brief zum Tag des “Geistigen Eigentums”

April 27th, 2008

Jaja, das “Geistige” Eigentum, schön capitalized

Ansonsten ist es recht unangenehm, den Namen eines bisher für vernünftig gehaltenen Dozenten unter diesem offenen Brief zu finden.

Dass die unterzeichnenden sogenannten Künstler - vor allem Herbert Grönemeyer - seit Jahren täglich Scheiße fressen ist hingegen evident und an sich kaum überraschend. Wenn man eine gesündere Diät befolgt unterzeichnet man schließlich nicht so etwas

Captain Obvious strikes again - “Reiche Studenten sind doppelt so mobil wie arme”

April 23rd, 2008

Ein Paar Kommentare zum Spiegel-Artikel

“Deutsche Studierende sind wesentlich mobiler als Studierende aus anderen Industrieländern, deutlich mobiler als etwa Studierende aus Großbritannien oder den USA”

Vielleicht weil es in Deutschland die Institution des ERASMUS-Urlaubssemesters existiert? Für die lieben Amis und Kanadier, die ich bisher betroffen habe ticken die Studiengebühren der Heimatuni weiter, auch wenn sie in Europa verweilen. Alle Engländer, die mir über den Weg gelaufen sind waren wiederum keine garantiert blonden Rheinländer Angelsachsen sondern allesamt Migrantenkinder. Der stramme Angelsachse will halt nicht weg von der Insel, wie es scheint

“Die Auswertung zeigt aber auch: Trotz Auslands-Bafög und Erasmus-Stipendien - Studenten aus wohlhabenden Elternhäusern absolvieren doppelt so häufig einen Teil ihrer Ausbildung im Ausland wie junge Menschen aus armen Familien, bei denen Dobischat eine zunehmende “Vermeidungsstrategie” sieht.”

Bei den lächerlichen Auslands-BAFÖG-Sätzen auch kein Wunder. Vor allem in Hochpreisländern Skandinaviens hat man eine ziemliche Arschkarte gezogen. Das Bafögamt geht z.B. davon aus, dass es für Aufenthalte in Dänemark keines Auslandsaufschlags bedarf. Obwohl Dänemark wesentlich teuer ist als Deutschland, allerdings noch nicht so teuer wie Norwegen oder Island, wo es dann ein wenig mehr Geld gibt. Sag goodbye zu deinen Ersparnissen oder pump die Eltern an, ein Drittes ist nicht gegeben. Es sei denn, man ist anerkannt “hochbegabt” oder ein kleiner Kommunist von der Rosa-Luxemburg-Stiftung

Meine Freunde die Beamtenkinder kotzen mich an

April 15th, 2008

Was passiert, wenn man mit finanziellen Möglichkeiten der ehemaligen working class an die Standards der upper middle class anzuknüpfen versucht? Als habitusschwaches non-Lehrerkind scheitert man natürlich. Aber dafür darf man sich bei Spiegel Online beschweren. Ein zorniger Zwischenruf von jemandem, der zwar ein Zimmer von 32 qm gemietet hat, dafür aber nicht sonntags brunchen darf.

Mädel, zieh um, gib das Rauchen auf und such dir andere Freunde

Yuri’s Night Roskilde

April 13th, 2008

Wir tranken einen auf Jurij Gagarin. Pseudorussischen Wodka, der nach Stunden im Kühlschrank die richtige ölige Konsistenz erreicht hatte. Man muß es den Polen lassen - im Gegensatz zu den meisten Deutschen wissen sie, wie Wodka richtig getrunken werden soll

No skyscrapers to crash into

April 12th, 2008

In meinen Augen ist es fast unmöglich, über Musik zu schreiben. Aber soviel kann ich sagen - Ariel Pink trifft mit beängstigender Zielsicherheit meinen Geschmack. Als hätte der Popmusikgott alle meine Gebete erhört, obwohl ich nie gebetet habe. Gut, zwischen dieser Spex-CD, wo “Helen” drauf war und der restlosen Begeisterung, die ich gerade für Ariel Pink an den Tag lege musste ein wenig Zeit vergehen, ich schätze, zwei Jahre… Ziemlich genau zwei Jahre, laut discogs. Aber Gutes braucht Zeit, wie wir alle wissen.

Einige random facts über Ariel Pink

  • er ist der Lofi-Freund, den du nie hattest
  • seine Musik klingt wie eine zugerittene Kompaktkassette in einem LADA-Autoradio
  • er ist der beste Beweis dafür, dass die imaginären 60er sind nie zu Ende gegangen
  • er ist der Schöpfer zweitbester Autofahrmusik, gleich nach Klaus Dinger (der übrigens kürzlich verstorben ist)
  • Noch ein Plus - Ariel Pink ist nicht tot
  • seine Lyrics oszillieren meiner Ansicht nach zwischen Jonathan Richman, Mark E. Smith und Daniel Johnston. Oder von mir aus zwischen Frank Zappa und Cpt. Beefheart.

Siehst du, es ist absolut sinnlos über Musik aus Fanperspektive zu schreiben. Aber du verstehst.

why are people grudgeful

April 11th, 2008

Es ist natürlich toll, an einem verregnetem oder zumindest die Wolken betreffend zugezogenem Roskilde-Nachmittag - es schneit nicht gerade! - einen Anruf auf’s sich so selten regende dänische Handy zu bekommen. Und nicht irgendwoher, sondern mitten aus dem Central Park, ja, Junge, ich sitz’ hier auf ‘ner Bank, auf der Arbeit war ich auch schon, und ‘ne Wohnung ist auch schon da, nech, bleib du ruhig mal in deinem Betonbunker sitzen, falls das Wetter jemals besser wird kannst du ja nach Kopenhagen fahren und dich dort besaufen für 40 kr das Glas, während ich überall mit dem grünen Spielgeld bezahle

Die Antwort erübrigt sich

Denkwürdige Begegnungen In D und DK

April 11th, 2008

In der longue durée (haha) der letzten Monate gab es mindestens zwei

  • ein junger deutscher Absolvent der University of Edinburgh, Politikwissenschaftler, vom Arbeitsamt zu Aufgaben gezwungen, für die ein Hauptschüler überqualifiziert wäre. Was liegt hier vor? Ein Fall von krankhafter Trägheit? Einfach Pech? “Karriere”-Dummheit allgemein?  Ich war unglaublich schockiert darüber, was man sich gefallen lassen kann
  • eine Halb-Griechin, Halb-%insert lateinamerikanisches Land%, die - soweit ich mich erinnere - von der Liebe nach Kanada getrieben wurde, wo sie auch zu studieren begann, um dann von der Liebe nach Dänemark getrieben zu werden, wo sie ein Kind zur Welt brachte, um es zusammen mit ihrer aus Griechenland zugereisten Mama großzuziehen. Klingt wie ein Film, oder? Der Name ist eindeutig griechisch, die Person unmöglich. Sie machte mich wahnsinnig in der Frühphase unserer Projektplanung, sie konnte einfach nicht aufhören zu sprechen und mich ständig an ihren neuen Einfällen teilhaben zu lassen, die wiederum in alle Richtungen auswucherten und ahhhhhhhhh. Zum Glück schrieb sie dann doch über etwas anderes. Sympathisch, aber impossible to work with. Ein positives Beispiel für irgendetwas, mit Sicherheit

kids, try this at home

April 6th, 2008

read cioran only in bright sunlight

for teh lulz

April 3rd, 2008

durch eine entwürdigende auswahlprozedur gehen. wenn das die zukunft ist können mir die lulz gestohlen bleiben

The trouble with being Outside

April 2nd, 2008
“That aside, how does Outside actually rate? The physics system is note-perfect (often at the expense of playability), the graphics are beyond comparison, the rendering of objects is absolutely beautiful at any distance, and the player’s ability to interact with objects is really limited only by other players’ tolerance. The real fundamental problem with the game is that there is nothing to do.”

For starters: trying to picture E. M. Cioran writing a computer game review. lulz