Archive for the ‘copyright’ Category

Cult of the Auteur, oder keinen Fußbreit den Content-Kommunisten

Wednesday, March 12th, 2008

Andrew Keen ist ein erfolgloser Internet-”Entrepreneur” und Copyrightfaschist, der ob seines Mißerfolges so böse auf das Internet ist, dass er sogar ein Buch mit dem Titel “The Cult of the Amateur” geschrieben hat, in dem er alles geißelt, was sein potenzielles business model hätte werden können. Das Buch ist übrigens voller Fehler. Aber was soll’s, zumindest etwas hat geklappt in seinem entbehrungsreichen Entrepreneur-Leben! In dem Druckerzeugnis, über welches sich schon jeder lustig gemacht zu haben scheint (z.B. Stephen  Colbert)  werden unwahre Behauptungen Lügen über Lawrence Lessig verbreitet. Obwohl seine Anschuldigungen tausendfach widerlegt wurden schafft es Keen nicht, sich zu entschuldigen. Stattdessen lügt er munter weiter

“everybody knows that Stanford Law School professor and Creative Commons founder Larry Lessig lauds the appropriation of intellectual property.”

Textnachweise, die das belegen würden? Wie, immer noch keine? Die verbietet bestimmt der Cult of the Auteur. Nochmal zum Auffrischen. Eine Lüge wird durch Wiederholung bekanntlich wahrer

everybody knows that Stanford Law School professor and Creative Commons founder Larry Lessig lauds the appropriation of intellectual property

everybody knows that Stanford Law School professor and Creative Commons founder Larry Lessig lauds the appropriation of intellectual property

everybody knows that Stanford Law School professor and Creative Commons founder Larry Lessig lauds the appropriation of intellectual property

В Москве злоумышленники похитили биотуалет.

Aus dem Focus-Archiv - Über "Internetpiraten" und die IFPI

Friday, January 18th, 2008

“Internet-Piraten pfeifen auf kostenpflichtige Angebote und Urheberrecht. In der „New York Times“ prahlte kürzlich ein Raubkopierer, jeden gewünschten Song innerhalb eines Tages im Netz beschaffen zu können. Als Elton John vor einem Jahr „Candle In The Wind“ für Prinzessin Diana sang, kursierte die neue Liedversion wenig später im Internet. Allein in Deutschland entstand nach IFPI-Schätzungen 1997 durch Piraterie ein Schaden von zehn Millionen Mark – wenig im Vergleich zu fünf Milliarden Mark Umsatz.

Zur Abschreckung setzt die Musikindustrie auf Musicbot, ein Suchprogramm, das vom Londoner Büro der IFPI aus Tag und Nacht den Piraterie-moloch Internet nach verdächtigen Angeboten durchkämmt. Der virtuelle Spürhund hält unter anderem nach Dateien im mp3-Format Ausschau, dem derzeit effektivsten Kompressionsverfahren für digitale Musik. „Zehn Abmahnungen verschickt das Programm pro Monat“, verrät Clemens Rasch, Justitiar bei der IFPI – meist mit Erfolg: Die Raubkopie verschwindet.”

Die “kostenpflichtigen Angebote” von heute sind nicht unbedingt populärer als die von vor zehn Jahren. Statt Steinzeit-DRM in Form der Bindung an einen T-Online-ISDN-Anschluß gibt’s z.B. “iTunes Media Store”, welches gleich einen neuen iPod voraussetzt, weil die neuen “ausgeliehenen” Videos auf den alten nicht abgespielt werden können. Und man kann natürlich auch Episoden von Fernsehserien (!) kaufen, wie herrlich.

Bibliotheken demnächt illegal (in den USA)

Sunday, December 30th, 2007

Naja, jedenfalls, wenn die Lobbyisten sich durchsetzen. Mehr davon in einem Bericht von der Tagung der Association of American Publishers in der Washington Post.

No joke. Of all the dangerous and dot-complex problems that American publishers face in the near future — economic downturns, competition for leisure time, piracy — perhaps the most explosive one could be libraries. Publishers and librarians are squaring off for a battle royal over the way electronic books and journals are lent out from libraries and over what constitutes fair use of written material. Grossly oversimplified: Publishers want to charge people to read material; librarians want to give it away.”

Der Kampf um Zugang zu elektronischen Ressourcen wird auf Kosten der Allgemeinheit ausgetragen, die Strategien der Content-Industrie nehmen dabei immer absurdere Formen an - wer braucht Bibliotheken, wenn es das Internet gibt? Für jede Ressource kann man gnadenlos abkassieren, und gleichzeitig mit DRM sicherstellen, dass fair use unterbunden wird. In Deutschland ist mit dem so genannten “wissenschaftsfreundlichen Urheberrecht” schon ein Anfang gemacht worden, wobei die Interessen der Verlage erwartungsgemäß mit besonderer Akribie umgesetzt wurden. Wie lange wird es wohl noch Campus-Lizenzen geben? - mag der Pessimist fragen. Der Optimist fragt anders - wie lange wird es wohl noch Verlage geben? Wir haben doch das Internet.

Der Wahnsinn der Content-Industrie

Sunday, December 30th, 2007

In case you didn’t knew - das Rippen von eigens gekauften CDs ist “unautorisiertes Kopieren”. Sagt zumindest die RIAA.

Steal this film, pt.2

Saturday, December 29th, 2007

Der zweite Teil der Dokumentation ist verfügbar!

“These are strange times indeed. While they continue to command so much attention in the mainstream media, the ‘battles’ between old and new modes of distribution, between the pirate and the institution of copyright, seem to many of us already lost and won. We know who the victors are.”

Steal This Film II runterladen

Vom kopierten Raub in der Presse

Wednesday, May 30th, 2007

Seit einiger Zeit interessiere ich mich für den Entstehungskontext und die Bedeutungsverschiebung des - inzwischen - geläufigen Begriffs “Raubkopie”. Wikipedia sagt dazu Folgendes.

Der Begriff wurde vor allem von Lobbys der Musikindustrie und Filmindustrie geprägt (zum Beispiel in der Kampagne „Raubkopierer sind Verbrecher“), um dadurch eine Abschreckung des Kopierens urheberrechtlich geschützter Werke zu bewirken. Durch die fortschreitende Technik der durch File Sharing realisierten Tauschbörsen gewann der Begriff und das damit zusammenhängende Thema in den letzten Jahren an Bedeutung.

Ein rascher Blick ins LexisNexis zeigt, dass der eigentlich absolut unsinnige Begriff “Raubkopie” in der deutschsprachigen Presse bereits um 1991 herum aufgetaucht ist, und zwar im Zusammenhang mit gewerbsmäßig betriebener, illegaler Softwarevervielfältigung in quasi-industriellem Umfang in Deutschland, vor allem aber in Staaten wie China und Brasilien. Die Anzahl der Nennungen des Begriffs “Raubkopie” bleibt einige Jahre nach dem Auftreten gering, häuft sich um die Jahrtausendwende.

“Raubkopie” stand also ursprünglich, laut Definition von Verbänden wie Business Software Alliance, für eine gewerbsmäßig angefertigte und in irreführender Absicht als Original zum Verkauf angebotene Kopie einer Software. Heute taucht das Wort “Raubkopie”, wie wir alle wissen, vor allem auf, wenn es um die von der Rechteverwerteindustrie beklagte Verbreitung von Musik- und Videodateien in P2P-Netzwerken geht.

Was jetzt sehr interessant wäre - man könnte erstmal mehr oder weniger quantitativ gucken, wie sich die Häufigkeit (und die Bedeutung) des Begriffs “Raubkopie” und ähnlicher Begriffe wie “Raubkopierer” in der Presse in den letzten 16 Jahren entwickelt hat; welche Zäsuren der technischen Entwicklung (CD-Brenner, DSL…) bzw. der preismäßigen “Demokratisierung” für die steigende Anzahl der Nennungen von Belang sein könnten; für die Zeit nach 2000 könnte man auch die Frage stellen, ob die Presse zur “strategischen Kommunikation” der Lobby beiträgt und die Problematik des gerechten Ausgleichs der Verwerter- und Verbraucherinteressen ausblendet… Die “Anti-Piraterie-Kampagnen” der Rechteverwerter könnte man sich auch anschauen.

Ich frage mich jetzt, ob es irgendeine Software gibt, die selbständig LexisNexis bemüht und dann schöne Grafiken ausspuckt ;)