Captain Obvious strikes again - “Reiche Studenten sind doppelt so mobil wie arme”
Ein Paar Kommentare zum Spiegel-Artikel
“Deutsche Studierende sind wesentlich mobiler als Studierende aus anderen Industrieländern, deutlich mobiler als etwa Studierende aus Großbritannien oder den USA”
Vielleicht weil es in Deutschland die Institution des ERASMUS-Urlaubssemesters existiert? Für die lieben Amis und Kanadier, die ich bisher betroffen habe ticken die Studiengebühren der Heimatuni weiter, auch wenn sie in Europa verweilen. Alle Engländer, die mir über den Weg gelaufen sind waren wiederum keine garantiert blonden Rheinländer Angelsachsen sondern allesamt Migrantenkinder. Der stramme Angelsachse will halt nicht weg von der Insel, wie es scheint
“Die Auswertung zeigt aber auch: Trotz Auslands-Bafög und Erasmus-Stipendien - Studenten aus wohlhabenden Elternhäusern absolvieren doppelt so häufig einen Teil ihrer Ausbildung im Ausland wie junge Menschen aus armen Familien, bei denen Dobischat eine zunehmende “Vermeidungsstrategie” sieht.”
Bei den lächerlichen Auslands-BAFÖG-Sätzen auch kein Wunder. Vor allem in Hochpreisländern Skandinaviens hat man eine ziemliche Arschkarte gezogen. Das Bafögamt geht z.B. davon aus, dass es für Aufenthalte in Dänemark keines Auslandsaufschlags bedarf. Obwohl Dänemark wesentlich teuer ist als Deutschland, allerdings noch nicht so teuer wie Norwegen oder Island, wo es dann ein wenig mehr Geld gibt. Sag goodbye zu deinen Ersparnissen oder pump die Eltern an, ein Drittes ist nicht gegeben. Es sei denn, man ist anerkannt “hochbegabt” oder ein kleiner Kommunist von der Rosa-Luxemburg-Stiftung
Tags: erasmus
April 23rd, 2008 at 10:34
naja naja. vor etwa 50 jahren war einer der wenigen gründe, ins ausland zu gehen, ein umfassendes linguistikstudium oder netzwerkgeschichten der oberen zehntausend. erasmus hat das aufgebrochen und demokratisiert, aber damit auch inflationär gemacht - wenn alle im ausland waren, was nützt es dann bitteschön im CV?
zu lamentieren ist aber quatsch, weil es allein in berlin und anderswo genug leute gibt, die z.b. aus polen kommen, fröhlich ihre EU-pässe vorlegen und dennoch nur 90 tage im jahr arbeiten dürfen aber 365 tage studieren. kein polnisches bafög, kein erasmus-stipendium, keine elterliche unterstützung (der kleine bruder muss erstmal die schule beenden). nur, die haben keine zeit darüber zu sprechen, weil sie vollkommen ausgelaugt von ihrer nachtschicht kommen.