Archive for January, 2008

Longevitätssurprise

Thursday, January 31st, 2008

Claude Lévi-Strauss ist am Leben und wird - dessen bin ich mir sicher - am 28. November 100 Jahre alt, den in Schubladen diverser Feuilletonredakteure seit Jahrzehnten bereitliegenden Nachrufen trotzdend. Und dann werden wir ihm wünschen  - bis 120. Halt durch, Strukturalistenopa!

Roskilde is all red, red tape

Wednesday, January 30th, 2008

Ich bin seit zwei Wochen am RUC, der “Vorbereitungskurs”/Dänischkurs ist seit gestern vorbei. Jetzt wird’s interessant - den Studentenausweis bekam ich erst vorgestern, trotz der Tatsache, dass alle dafür benötigten Dokumente der Universität seit November 2007 vorliegen. Anträge mancher Leute, die ähnlich wie in meinem Fall vor Monaten an das International Office der RUC geschickt wurden sind scheinbar verloren gegangen. Für die Betroffenen bedeutet das noch längere Verzögerungen, und das alles der Tatsache, dass nächste Woche die Vorlesungen beginnen. Ach ja, die Zugangsdaten für die elektronische Kursanmeldung (Deadline: morgen) habe ich ebensowenig bekommen wie den Mietvertrag für den wohnlichen Betonbunker, meine Behausung für die nächsten Monate.

Erfreulich unbürokratisch verlief einzig die Ausstellung der Aufenthaltsgenehmigung und der damit verbundenen dänischen Personenkennzahl. Unibürokratie > kommunale Bürokratie.

"Übersättigte Salzlösungen kristallisieren sich manchmal plötzlich" - FAZ-Interview mit Wladimir Sorokin

Tuesday, January 29th, 2008

Welche Zukunft erwarten Sie für Ihr Land?

Ich hoffe, es noch zu erleben, dass meine Heimat demokratisch geführt wird.”

Nicht verpassen, der Mann ist gerade auf Lesereise durch die Bundesrepublik.

Land of the free

Sunday, January 20th, 2008

wo Abtreibungsärzte abgeknallt werden.

An Abortion Doctor Speaks Out

OB/GYN Dr. Susan Wicklund talks about her own difficult abortion at a young age…and why she then chose a career on the front lines of the war over reproductive rights. She has to wear a bulletproof vest, and carries a .38 caliber revolver. She’s author of This Common Secret: My Journey as an Abortion Doctor.

Geheimplan der EU

Saturday, January 19th, 2008

Snippet aus heutiger vorratsdatengespeicherter Privatkommunikation mit XY:

XY, ich erlebe grade mit, was die EU mit uns vorhat.
alle sind unter 30 und jeden tag wird gesoffen
das ist die zukunft der europäischen einigung

Vielleicht ist das Erasmus-Programm einfach nur verkappte EU-Subventionierung der Spirituosenhersteller.

Kasparov baisera ta maman

Saturday, January 19th, 2008

Jedem einigermaßen klar denkenden Beobachter, auch jenseits der Grenzen der “Russischen Föderation” sollte klar sein, dass Garry Kasparov ein unsäglicher Volltrottel ist und sich vorzugsweise mit seinesgleichen umgibt. Ganz gut wird Letzteres von einem der neueren Beiträge auf Kasparovs Internetplattform veranschaulicht, in dem einer seiner Idioten-Stooges dazu auffordert, die kyrillische Schrift als Zeichen “nichtsystemtischer Opposition” aufzugeben. Wenn es unmöglich scheint, die Massen der Wahlberechtigten entlang der Grenzen ihrer politischen Überzeugungen zu spalten - kein Wunder, lieber wählt man Wahnsinnige mit Macht als welche ohne - dann soll der Übergang zur lateinischen Schrift alles richten.

“Der Bruch,” so Aleksandr Trifonov, soll “in der Sphäre der kulturellen Präferenzen der Nation verlaufen.” wenn “die wichtigste nichtpolitische Forderung der Opposition an die Staatsgewalt” wahr wird. “Russische Latinica kann in den Händen der Opposition zu einem Symbol des Widerstandes werden, weil es praktisch unmöglich ist, den Leuten ihre gewünschte Form des Schriftverkehrs zu verbieten”. Wohl wahr, es würde auch niemand die Zungenrede verbieten, nur ist sie halt kein besonders effizientes Kommunikationsmedium. Warum nicht gleich eine neue, künstliche Sprache, Russisch 2.0, garantiert ohne unterschwelligen Autoritarismus? Wäre auch ein ganz schönes Symbol. Des Widerstandes. Und die ganze klassische Literatur, schon von sowjetischen Sprachreformen übel traktiert, die wirft man am Besten gleich mit über Bord.

Der offenbar geistig verwirrte Autor sieht die Geschichte auf seiner Seite. Der Beispiel der Türkei wird zitiert, eines “ehemaligen Imperiums”, welches aus Angst vor “Isolation” den Weg der “der sozialen und ethnischen Modernisierung” wagte (? Mit “ethnischer Modernisierung” meint er wohl nicht den Umgang mit den Kurden und Armeniern?) und zur lateinischen Schrift wechselte, was dem Land “die Möglichkeit der forcierten Entwicklung einer säkularen Gesellschaft” gab. Na denn, Alex, wenn die Aufgabe eines Alphabets alles bedeutet, dann schau mal in die Türkei, wie gut es mit der forcierten Entwicklung der säkularen Gesellschaft dort steht, bald 100 Jahre nach der Reform.

Ach, alles Kleinigkeiten! Trifonov deliriert munter weiter.

“Auf die Beschäftigten der kreativen Berufe wird Latinica einfach unglaublich stimulierend wirken. Stellen Sie sich nur vor, ein neuer Raum für künstlerisches Schaffen und Performance im Zusammenhang stehend mit dem radikalen Wechsel des Schriftbildes. Burljuk und Khlebnikov, nur in lateinisch! Ein kultureller Durchbruch nach Jahrzehnten des auf-der-Stelle-Tretens. Neue Formen, neue Bedeutungen, neue Kunst.”

Oh ja, ich bin gespannt, endlich darf ich dann Khlebnikov in lateinischer Schrift lesen! Seiten voller notdürftig latinisierter Zischlaute! Darauf hat die Welt gewartet, wahrlich. Und die Jahrzehnte des Auf-der-Stelle-Tretens, die vergessen wir einfach, zusammen mit Bakhtin, Rodchenko, Jakobson, Eisenstein, Akhmatova, Zamyatin und all den Anderen. Sie waren einfach nicht true. So wird das ganze russische Jahrhundert auf Vitali Bianki und den Moydodyr reduziert. Und ein Paar neue Kringelchen an den Glyphen eröffnen der Kunst neue Wege!

Trifonovs stream of consciousness ist eine Art Antwort die jüngste Tollheit ausm Kreml, nämlich die mühsam, seite an seite mit China ausgehandelte und kurz bevorstehende Einführung nichtlateinischer URL-Zeichen. Die Gefahr der “Balkanisierung des Internets” ist durchaus real - rein technisch wäre es dann möglich, nur noch chinesische oder kyrillische Domainnamen zum Zugriff zuzulassen und vom übrigen Internet abgeschottete, staatlich kontrollierte “Sub-Internets” zu realisieren. Die Einführung von non-ASCII-Zeichen wäre dabei der erste Schritt.

Damit wir uns richtig verstehen - es ist purer Wahnsinn, lateinische Domainnamen komplett aufzugeben, aber es ebenfalls purer Wahnsinn, deshalb gleich den bedingungslosen Umstieg auf Latinica zu fordern und sich selbst irgendwelche Märchen von einer in Folge dessen zu erwartenden “Trennung der Nation” zu erzählen… Wahnwitzige Kreml-Bürokratie und durchgeknallte “Opposition” ohne Rückhalt in der Bevölkerung - da haben sich zwei gefunden.

Und sie werden hier bleiben

Friday, January 18th, 2008

“Der Deutsche mag es reinrassig” - lesenswerter Kommentar von David Crossland zur gegenwärtigen Anti-”Ausländer”-Kampagne in Deutschland.

Aus dem Focus-Archiv - Über "Internetpiraten" und die IFPI

Friday, January 18th, 2008

“Internet-Piraten pfeifen auf kostenpflichtige Angebote und Urheberrecht. In der „New York Times“ prahlte kürzlich ein Raubkopierer, jeden gewünschten Song innerhalb eines Tages im Netz beschaffen zu können. Als Elton John vor einem Jahr „Candle In The Wind“ für Prinzessin Diana sang, kursierte die neue Liedversion wenig später im Internet. Allein in Deutschland entstand nach IFPI-Schätzungen 1997 durch Piraterie ein Schaden von zehn Millionen Mark – wenig im Vergleich zu fünf Milliarden Mark Umsatz.

Zur Abschreckung setzt die Musikindustrie auf Musicbot, ein Suchprogramm, das vom Londoner Büro der IFPI aus Tag und Nacht den Piraterie-moloch Internet nach verdächtigen Angeboten durchkämmt. Der virtuelle Spürhund hält unter anderem nach Dateien im mp3-Format Ausschau, dem derzeit effektivsten Kompressionsverfahren für digitale Musik. „Zehn Abmahnungen verschickt das Programm pro Monat“, verrät Clemens Rasch, Justitiar bei der IFPI – meist mit Erfolg: Die Raubkopie verschwindet.”

Die “kostenpflichtigen Angebote” von heute sind nicht unbedingt populärer als die von vor zehn Jahren. Statt Steinzeit-DRM in Form der Bindung an einen T-Online-ISDN-Anschluß gibt’s z.B. “iTunes Media Store”, welches gleich einen neuen iPod voraussetzt, weil die neuen “ausgeliehenen” Videos auf den alten nicht abgespielt werden können. Und man kann natürlich auch Episoden von Fernsehserien (!) kaufen, wie herrlich.

Your MS Paint skillz suck.

Sunday, January 13th, 2008

Schau mal, der arbeitslose Sportlehrer Stefan Herre in unmittelbarer Nähe des senilen PI-Heiligtums Giordano! Ich finde, das hat was von einer Entweihung

http://www.pi-news.net/2008/01/die-islamkritiker-e-pluribus-unum/

Bitte nix wählen BZÖ

Sunday, January 13th, 2008

Dass Wahlkampf in den Alpenrepubliken jeden hausbackenen Ronald Koch übertrumpft beweist eindrucksvoll dieses tolle Wahlkampflied der BZÖ, eines FPÖ-Spinoffs.

Der Wahlkampf-Hit für die Jugend: Verpackt im modernen Disco-Sound sind die BZÖ-Themen in Form von provokanten Rap-Einlagen enthalten.


Nun ja, der “moderne Disco-Sound” wurde in unter zehn Minuten in Magix Music Maker produziert. Ansonsten könnte es wirklich ein Wahlkampf-Hit werden. Ich fordere Laibach hiermit auf, einen Remix davon anzufertigen.

anhören! (mp3, 3,6 Mb)

Wir säubern Graz von der organisierten Bettlerkriminalität. Wir säubern Graz von der organisierten Bettlerkriminalität. Wir säubern Graz von der organisierten Bettlerkriminalität. Verstanden? Bitte nix wählen BZÖ! Damit ich weiter illegal! Kann bleiben!

(Danke C. für den Tipp.)