Archive for December, 2007

Bibliotheken demnächt illegal (in den USA)

Sunday, December 30th, 2007

Naja, jedenfalls, wenn die Lobbyisten sich durchsetzen. Mehr davon in einem Bericht von der Tagung der Association of American Publishers in der Washington Post.

No joke. Of all the dangerous and dot-complex problems that American publishers face in the near future — economic downturns, competition for leisure time, piracy — perhaps the most explosive one could be libraries. Publishers and librarians are squaring off for a battle royal over the way electronic books and journals are lent out from libraries and over what constitutes fair use of written material. Grossly oversimplified: Publishers want to charge people to read material; librarians want to give it away.”

Der Kampf um Zugang zu elektronischen Ressourcen wird auf Kosten der Allgemeinheit ausgetragen, die Strategien der Content-Industrie nehmen dabei immer absurdere Formen an - wer braucht Bibliotheken, wenn es das Internet gibt? Für jede Ressource kann man gnadenlos abkassieren, und gleichzeitig mit DRM sicherstellen, dass fair use unterbunden wird. In Deutschland ist mit dem so genannten “wissenschaftsfreundlichen Urheberrecht” schon ein Anfang gemacht worden, wobei die Interessen der Verlage erwartungsgemäß mit besonderer Akribie umgesetzt wurden. Wie lange wird es wohl noch Campus-Lizenzen geben? - mag der Pessimist fragen. Der Optimist fragt anders - wie lange wird es wohl noch Verlage geben? Wir haben doch das Internet.

Der Wahnsinn der Content-Industrie

Sunday, December 30th, 2007

In case you didn’t knew - das Rippen von eigens gekauften CDs ist “unautorisiertes Kopieren”. Sagt zumindest die RIAA.

Steal this film, pt.2

Saturday, December 29th, 2007

Der zweite Teil der Dokumentation ist verfügbar!

“These are strange times indeed. While they continue to command so much attention in the mainstream media, the ‘battles’ between old and new modes of distribution, between the pirate and the institution of copyright, seem to many of us already lost and won. We know who the victors are.”

Steal This Film II runterladen

Eliteuniversitäten als testbed für die neue Klassengesellschaft

Friday, December 28th, 2007

Soziologe Michael Hartmann (TU Darmstadt) im Interview

29.12.2007: »Reichtum und Macht wirken lieber aus dem Stillen« (Tageszeitung junge Welt)

"Der Minority Report"

Friday, December 28th, 2007

Heute bin ich einem Link auf Politically Incorrect gefolgt, der mich zu islamisierng.info führte, der Webseite, wo es Essays von 500 Seiten zum Runterladen gibt. Ich habe - ausnahmsweise - zwei eher formale Fragen zum genannten Essay “Der Minority Report. Die zugelassene Islamisierung Europas”. Warum muß eine PDF-Datei, die aus Text und einigen kleinen Bildchen besteht 16 Megabyte groß sein? Und was die Bildchen anbetrifft - ist dem nicht genanntem Verfasser eigentlich klar, dass eine einzige Sekunde der Aufmerksamkeit seitens der Bildagenturen, deren Produkte er offenbar ohne Lizenz verwendet ausreichen würde, um seine Webseite zu schließen und seinen rassistischen Arsch in Grund und Boden zu verklagen? Ist das vielleicht sogar sein großer Plan, will er vielleicht von niederen Mutanten als Märtyrer gefeiert werden? Ob Dummheit oder Absicht - wir wünschen ihm godspeed.

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Hier ist übrigens eine witzige “Presseerklärung” eines obskuren Rassistenverbandes zur herbeiphantasierten Morddrohung gegen Stefan Herre. “Der BDB solidarisiert sich ausdrücklich mit Stefan Herre und allen anderen bedrohten Islamkritikern.” Nun hat unser Lieblingsmutant, für den sich aufgrund seiner Mediokrität sogar militante Islamisten nicht interessieren endlich die Anerkennung, die er verdient, eingereiht unter Geistesgrößen vom Kaliber eines senilen Ralph Giordano.

Ab nach Den Haag mit dir, "Sultan"!

Thursday, December 27th, 2007

Dieser so genannte “Federholzrahmen” von IKEA ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Die absolut untaugliche Aufbauanleitung kann sich nur ein Sadist ausgedacht haben.

So sieht’s aus.

Der Aleviten-Ali führt mal wieder was im Schilde

Tuesday, December 25th, 2007

Die ARD strahlt eine Tatortfolge* aus, in der kriminelle Machenschaften einer fiktiven Alevitenfamilie dargestellt werden - die Alevitische Gemeinde Deutschlands vertritt die Ansicht, durch die Ausstrahlung läge der Tatbestand der Volksverhetzung vor und reicht bei der Berliner Polizei eine Strafanzeige ein. PI registriert keine eingeworfenen Scheiben, keine Massendemonstrationen, wo zum Ehrenmord am ARD-Indendanten aufgerufen wird, ja noch nicht einmal Deutschlandfahnen werden verbrannt. Die Alevitische Gemeinde Deutschlands fährt eine absolut demokratische Tour und will durch durch üblichen Instanzen gegen die empfundene Ungerechtigkeit vorgehen. Wie reagiert PI? Mit dem inzwischen vertrauten Geschrei.

Kurzfassung: Der pöse Ali kann halt nicht anders, als pöse zu sein. Und wenn er alles richtig zu machen scheint, dann ist er nicht aufrichtig. Weil er halt ein Ali ist. Falls jemand nach einer alltagssprachlichen Definition von Rassismus suchen sollte - das wäre dann eine.

* Diese Folge habe ich im Übrigen nicht gesehen. Tut auch nichts zur Sache, ob Volksverhetzung vorliegt sollen die Gerichte entscheiden.

Ayn Rand über Geschichte

Sunday, December 23rd, 2007

“Contrary to the prevalent views of today’s alleged scholars, history is not an unintelligible chaos ruled by chance and whim—historical trends can be predicted, and changed—men are not helpless, blind, doomed creatures carried to destruction by incomprehensible forces beyond their control.”

Aber die Zufälle, die unintendierten Nebenfolgen, Frau Rand, was ist damit? Und was prediction angeht, naja, wenn man irgendwelche möglichst vagen Prognosen von zweifelhaftem Sinn darunter fasst - vielleicht.

“There is only one power that determines the course of history, just as it determines the course of every individual life: the power of man’s rational faculty—the power of ideas. If you know a man’s convictions, you can predict his actions. If you understand the dominant philosophy of a society, you can predict its course. But convictions and philosophy are matters open to man’s choice.”

Oh, der Lauf der Geschichte = das individuelle Leben; bestimmt von EINEM Faktor! Ist das ein großer Wurf! Wenn aber “rational faculty” der einzige Faktor sein soll, der Geschichte bestimmt, dann stellt das Mittelalter für Ayn Rand vermutlich als eine Art “geschichtslose Epoche” dar, gab es in den “Dark Ages” gar keine “rational faculty”.

“There is no fatalistic, predetermined historical necessity. Atlas Shrugged is not a prophecy of our unavoidable destruction, but a manifesto of our power to avoid it, if we choose to change our course.”

Oh, hieß es nicht eben, die rationale Vermögen des MENSCHEN würde notwendigerweise die Geschichte bestimmen? Wat denn nun?

Geschichte im “Ayn Rand Lexicon” - diese Zitatensammlung verspricht stundenweise Spaß für die ganze Familie. Mich hätte jetzt der Eintrag zum Thema Kolonialismus interessiert, es gibt leider keinen. Und ich ahne, warum.

Medienkompetenz auf die grüne Art

Sunday, December 23rd, 2007

Wer sich jetzt fragt, was Medienkompetenz, dieses oft bemühte Schlagwort eigentlich bedeutet - nach einer kurzen Befragung spuckt die Wikipedia eine ganz passable Definition aus, nämlich

Medienkompetenz bezeichnet nach Dieter Baacke die Fähigkeit, Medien und ihre Inhalte den eigenen Zielen und Bedürfnissen entsprechend effektiv zu nutzen. Das umfasst Folgendes:
  1. Medien (Bücher, Zeitschriften, Internet, Hörfunk, Fernsehen etc.) kennen und nutzen können – beispielsweise ein Buch in der Bibliothek suchen und entleihen
  2. sich in der Medienwelt orientieren können – beispielsweise unter den verschiedenen Fernsehangeboten eine Nachrichtensendung finden
  3. an medial vermittelten Kommunikationen teilnehmen können – beispielsweise einen Leserbrief verfassen
  4. eine kritische Distanz zu Medien halten – beispielsweise kommerzielle oder politische Interessen in journalistischen Beiträgen erkennen können
  5. selbst kreativ in der Medienwelt tätig werden – beispielsweise in einer Schülerzeitung, zu einem offenen Kanal oder der Wikipedia etwas beitragen”

Julia Seeliger, irgendwas bei der grünen Jugend Mitglied des Parteirats der Grünen hat eine offenbar leicht divergierende Auffassung von Medienkompetenz, wie aus einem ihrer jüngsten Blogbeiträge deutlich wird. Da berichtet sie stolz, wie sie in einer wagemutigen Aktion die Löschung von NPD-Pressemitteilungen aus einem Pressemitteilungsportal erzielt hat.

Seeligers Begriff “Medienkompetenz” unterscheidet sich kaum von der “Medienkompetenz” der Abmahner und Contentprovider, die nach angeblichen DMCA-Verstößen ganze Server abschalten lassen. “Alles löschen, was mir nicht gefällt, auch wenn es gegen kein Gesetz verstößt”, das ist der Leitspruch der Medienkompetenz seeligerscher Prägung. Ein selbstloser Appell an die Autoritätsrezeptoren der Seitenbetreiber, eine eMail mit gruene.de im Header reicht aus, und schon kann man sich sicher sein, “das Richtige” getan zu haben.

Was das Bild vollständig macht - Julia Seeliger befasst sich in der Partei mit “information society: everything about open source and free licenses, digital rights, future of work, education”. Hübsch, wenn sich pathalogische Zensoren mit solchen Themen beschäftigen dürfen.

"Schäuble rudert zurück"

Friday, December 21st, 2007

Aber nicht, weil er auf die Mütze bekommen hat, wie Beate Klein vermutet. Sondern weil die Ergebnisse der Studie nichts anderes nahelegen als dass Deutsche Muslime nicht “radikaler” sind als Nichtmuslime.

Der Kriminologe Peter Wetzel, einer der Autoren der Studie

warnt davor, in die Untersuchung Dinge hineinzulesen, die dort nicht stünden. [genau das macht Beate Klein und die übrigen Teilzeit-Rassisten] Die überwiegende Mehrheit der Muslime in Deutschland sei “normkonform” und stehe nicht im Widerspruch zur Demokratie. Es gebe aber eine kleine Minderheit unter den Muslimen, die “demokratieresistent” sei. Ihr Anteil entspräche aber ziemlich genau der Größe ähnlicher Gruppen in der nichtmuslimischen Bevölkerung, die auch die Demokratie ablehnten oder gewaltbereit seien. [Genau das will PI nicht wahrhaben; diese Tatsache wird einfach ignoriert] Auch dass vierzig Prozent der Muslime tief religiös geprägt seien, scheint Wetzels weder zu überraschen noch zu beunruhigen. Nach einer von der Bertelsmann-Stiftung erst in der vergangenen Woche veröffentlichten Studie sind rund siebzig Prozent aller Deutschen religiös, jeder fünfte gilt sogar als “hochreligiös”.

Tja, SpON, wie war das mit den 500 Seiten politischen Sprengstoffs? Irgendwie will da nicht wirklich etwas in die Luft gehen.