Archive for June, 2007

Von Backups

Monday, June 25th, 2007

Manch ein Datenverlust kommt ganz gelegen, v.a. wenn er sich bei der Bundeswehr ereignet. Eine staatliche Stelle, die um die so genannte “nationale Sicherheit” bemüht ist kriegt keine vernünftigen Backups hin. Gut, an Lächerlichkeit kaum zu überbieten - klammern wir das aus. Ich glaube, die Aussicht auf irgendeine wirkliche parlamentarische “Aufklärung” ist hierbei sehr gering, auch wenn es im Laufe der nächsten Tage zu einem Medienskandal kommen sollte. Doch nicht einmal das ist sicher.

Von der Spracherkennung

Wednesday, June 20th, 2007

Ich hab Vista was vorgesungen, zugegeben auf Englisch, zugegeben kann deutsches Vista nur Deutsch verstehen, zugegeben nur ungefähr. Dennoch, ein wahrer Fan dürfte das Lied erkennen.

Serviceländer das Festzelt Felsen
Einen Schering Namen gar
Da sprangen Ländern könne aber sehr Heck
Einen kleineren Thoelke haben

Einen Fehler in der Gr
Ein fehlender AAA haben
Einen Fehler in dann wieder
Ein Hellinger A haben
Eine Präsenz

Aber Glashalle schön fahrender
Service Canberra und seine größte England
UR kam e. n.
Einer Mandate Managern
Elf Wahl
Einer Messe Männerkastell

La Film gehaltener
Neuen Filme längerem
Einen verringerten der
Daniele Inga
Prahlerei.

WSB hätte Spaß an diesem Gerät.

Von Eric Hobsbawm, der 90 wird

Saturday, June 9th, 2007

Everybody dance now! Es tanzen mit:

Bis 120, wie haGalil schreibt!

Von kostbaren (Buch-)Substanzen

Sunday, June 3rd, 2007

“Die Frauen und der Priester schnitten dann der Leiche Haarlocken und Schnipsel von den Finger- und Zehennägeln ab… Später ging dann das Gerücht, der Priester hätte mit der Leiche seiner Mutter das gleiche gemacht.” Diese Berichte lassen die Vorsichtmaßregeln erkennen, die von den Erben getroffen wurden, um zu verhindern, daß die Toten das Glück mit aus dem Hause nähmen [...] Man hütete sich, die Leiche zu waschen, um nicht damit irgendwelche an der Haut und dem Schmutz des Toten haftenden kostbaren Substanzen zu tilgen. Von ähnlichen Sitten hat in seiner “Esquisse d’une théorie de la pratique” (Genf, 1972) Pierre Bourdieu aus der Kabylei berichtet: Auch die Kabylen treffen mißtrauisch Vorsorge, daß nicht die Leiche das “baraka” (den Segen) des Hauses, aus dem sie kommt, mit ins Grab nähme.

Emmanuel LeRoy Ladurie: Montaillou. Ein Dorf vor dem Inquisitor. Aus dem Französischen übersetzt und bearbeitet von Peter Hahlbrock. Frankfurt am Main, 1983, S.63.

Wohlgemerkt - das ist noch nichts Katharisches, sondern der mehr oder wenige “normale” Katholizismus der Zeit und der Region.

Das Bourdieu-Buch in dt. Übersetzung könnte man übrigens auch mal langsam besorgen; es lässt sich nur in der UB finden - gebraucht weder bei Abebooks noch bei Amazon - und hat seit 1978-79 scheinbar keine einzige Neuauflage erfahren. Oder ist es später unter irgendeinem wilden deutschen Titel erschienen, der mir nicht bekannt ist? De Certeau behauptet, dass bereits nach der ersten französischen Ausgabe die Zeile “précédée de trois études d’ethnologie kabyle” aus dem Titel verschwunden ist, warum sollten die späteren deutschen Ausgaben denn nicht, na, z.B. “Wie ich den Theorieknüller schlechthin landete” oder “Darum mag mich Sylvia” betitelt sein.