Dmitrij Medwedjew vor gefühlten 15 Jahren

May 11th, 2008

Wie jemand im Kommenterbereich anmerkte - so eine Krawatte ließen sie ihn heute nicht mehr tragen

Erasmus-Zwischenfazit

May 10th, 2008
  • Seit ich Stephan kenne ist die Wahrscheinlichkeit eines alkoholbedingten Todes in Wien stark gestiegen. Man könnte erfrieren im Prater, oder unter die Räder eines Fiakers kommen! (попал под лошадь) Auf die Gleise der U2 taumeln! Man könnte den Fotoapparat verlieren, die Geldbörse. Auf dem Zentralfriedhof an Schönbergs Grab die Stirn blutig schlagen. Viele neue Möglichkeiten des Zeitvertreibs in der Donaumetropole. Tod im Juni, hehe
  • Ähnliche Alkoholabenteuer drohen in jeder Stadt, wo sich gegenwärtige Erasmus-Kollegen in absehbarer Zeit aufhalten. Also auch daheim, wenn sie denn einen besuchen kommen. Vor allem in Polen, welches es irgendwann im Rahmen einer mehrere Städte umfassenden Tour zu bereisen gilt besteht akute Lebensgefahr, zurückzuführen auf billigen Wodka und unerbittlich sämtliche Innereien reizende polnische Cuisine. Von polnischen Frauen schweigen wir lieber
  • Das geplante Nachtreffen in Spanien ist eine ausgesprochen gute Idee. In Dänemark würde sich sowieso niemand mehr treffen wollen. Zu hoch die Preise und die kurz jene klimatische Zeitspanne, in der man mit T-Shirt bekleidet umherlaufen kann. Hingegen kann man in Spanien bereits im April Sonnenbrand bekommen, wenn man denn möchte. Wenn ich das jetzt am Rande ansprechen kann - wieso begeistern sich eigentlich so viele Mädchen für Skandinavien? In meinem Bekanntenkreis wäre nur ein Skandinavist zu erwähnen, dafür sehr, sehr viele Mädchen, die es in den Norden zieht. Es ist doch so kalt dort, meine Güte.
  • ansonsten bin ich ziemlich erasmusmüde und ziehe in fünf Wochen gen Süden. Mit richtig viel Übergepäck

This American Love/Hate Relationship

May 7th, 2008

a typical This American Life listener

A typical TAL listener, by madabandon, CC-licensed.

Without doubt, there are reasons to make fun of This American Life.

“In what cultural anthropologists are calling a “colossal achievement” in the study of white-collar professionals, the popular radio show has successfully isolated all 7,442 known characteristics of college graduates who earn between $62,500 and $125,000 per year and feel strongly that something should be done about global warming.”

(This American Life Completes Documentation Of Liberal, Upper-Middle-Class Existence, The Onion, April 20, 2007 | Issue 43•16)

One the one hand, there is the self-celebrating buzz of the “upper middle-class existence” mocked by The Onion. There are the ad segments at the end of the show when Ira Glass tries - more or less convincingly - to convey the excitement caused by driving a Volkswagen or a Saab in the U. S. of A. Since the car has to be mildly yuropean after all, giving you that special feeling of being one of the chosen few without showing off too much, still sustaining a certain extent of modesty - i doubt that BMW or Daimler would ever feature ads on This American Life. It would confuse the target audience. Volvo will do, though. But wait, now we’re getting way too close to the tone of the original Onion article.

Then again - from time to time TAL comes up with very touching and absolutely insane stories. Like the story a cryonics enthusiast from California without any form of formal education in the medical field who started freezing dead bodies in the 1960s in his garage and ultimately lied to his clients, letting the corpses of their relatives decompose. Or how about Jerry Springer’s pre-trash TV career narrated with the highest attention to detals? Or the career of a deformed baby doll in a gigantic toy store, exposing everyday racism in America?

Stories like that simply cannot be told on German airwaves. Thanks for being sooo highbrow, Deutschlandradio. I guess it would be nice if you would be largely dependent on direct financial support from your listeners instead of living off the ever-flowing influx of GEZ money. Maybe your programming would become worth listening.

Vollbeschäftigung für Statistiktüftler

May 1st, 2008

“Ich bin mir sicher, dass wir in ein paar Jahren sagen können: Niemand, der seinen Job verliert, bleibt länger als ein Jahr ohne einen neuen Arbeitsplatz. Das wäre ein Riesenerfolg. Das wäre für mich Vollbeschäftigung.”
Quelle: Olaf Scholz (SPD), Bundesarbeitsminister

Klartext: in ein Paar Jahren haben wir uns so viele statistische Tricks einfallen lassen, dass fast niemand mehr als arbeitslos gilt, trotz Leistungsbezugs vom Amt! So schaffen wir Vollbeschäftigung!

Chef, ist Bourdieu verdächtig?

April 30th, 2008

“Die meisten BeamtInnen hatten offensichtlich keine Ahnung, wonach sie suchten - im Zweifel wurde der Chef vom BKA gefragt. Der musste z.B. auch die großartige Frage beantworten, ob ein Buch von Bourdieu verdächtig sei. Ob die wussten, dass sie die Wohnung eines Soziologen durchsuchen? Ob die wussten, was das ist, ein Soziologe?”

Wie man sich selbst auf die schwarze Liste setzt - offener Brief zum Tag des “Geistigen Eigentums”

April 27th, 2008

Jaja, das “Geistige” Eigentum, schön capitalized

Ansonsten ist es recht unangenehm, den Namen eines bisher für vernünftig gehaltenen Dozenten unter diesem offenen Brief zu finden.

Dass die unterzeichnenden sogenannten Künstler - vor allem Herbert Grönemeyer - seit Jahren täglich Scheiße fressen ist hingegen evident und an sich kaum überraschend. Wenn man eine gesündere Diät befolgt unterzeichnet man schließlich nicht so etwas

Captain Obvious strikes again - “Reiche Studenten sind doppelt so mobil wie arme”

April 23rd, 2008

Ein Paar Kommentare zum Spiegel-Artikel

“Deutsche Studierende sind wesentlich mobiler als Studierende aus anderen Industrieländern, deutlich mobiler als etwa Studierende aus Großbritannien oder den USA”

Vielleicht weil es in Deutschland die Institution des ERASMUS-Urlaubssemesters existiert? Für die lieben Amis und Kanadier, die ich bisher betroffen habe ticken die Studiengebühren der Heimatuni weiter, auch wenn sie in Europa verweilen. Alle Engländer, die mir über den Weg gelaufen sind waren wiederum keine garantiert blonden Rheinländer Angelsachsen sondern allesamt Migrantenkinder. Der stramme Angelsachse will halt nicht weg von der Insel, wie es scheint

“Die Auswertung zeigt aber auch: Trotz Auslands-Bafög und Erasmus-Stipendien - Studenten aus wohlhabenden Elternhäusern absolvieren doppelt so häufig einen Teil ihrer Ausbildung im Ausland wie junge Menschen aus armen Familien, bei denen Dobischat eine zunehmende “Vermeidungsstrategie” sieht.”

Bei den lächerlichen Auslands-BAFÖG-Sätzen auch kein Wunder. Vor allem in Hochpreisländern Skandinaviens hat man eine ziemliche Arschkarte gezogen. Das Bafögamt geht z.B. davon aus, dass es für Aufenthalte in Dänemark keines Auslandsaufschlags bedarf. Obwohl Dänemark wesentlich teuer ist als Deutschland, allerdings noch nicht so teuer wie Norwegen oder Island, wo es dann ein wenig mehr Geld gibt. Sag goodbye zu deinen Ersparnissen oder pump die Eltern an, ein Drittes ist nicht gegeben. Es sei denn, man ist anerkannt “hochbegabt” oder ein kleiner Kommunist von der Rosa-Luxemburg-Stiftung

Meine Freunde die Beamtenkinder kotzen mich an

April 15th, 2008

Was passiert, wenn man mit finanziellen Möglichkeiten der ehemaligen working class an die Standards der upper middle class anzuknüpfen versucht? Als habitusschwaches non-Lehrerkind scheitert man natürlich. Aber dafür darf man sich bei Spiegel Online beschweren. Ein zorniger Zwischenruf von jemandem, der zwar ein Zimmer von 32 qm gemietet hat, dafür aber nicht sonntags brunchen darf.

Mädel, zieh um, gib das Rauchen auf und such dir andere Freunde

Yuri’s Night Roskilde

April 13th, 2008

Wir tranken einen auf Jurij Gagarin. Pseudorussischen Wodka, der nach Stunden im Kühlschrank die richtige ölige Konsistenz erreicht hatte. Man muß es den Polen lassen - im Gegensatz zu den meisten Deutschen wissen sie, wie Wodka richtig getrunken werden soll

No skyscrapers to crash into

April 12th, 2008

In meinen Augen ist es fast unmöglich, über Musik zu schreiben. Aber soviel kann ich sagen - Ariel Pink trifft mit beängstigender Zielsicherheit meinen Geschmack. Als hätte der Popmusikgott alle meine Gebete erhört, obwohl ich nie gebetet habe. Gut, zwischen dieser Spex-CD, wo “Helen” drauf war und der restlosen Begeisterung, die ich gerade für Ariel Pink an den Tag lege musste ein wenig Zeit vergehen, ich schätze, zwei Jahre… Ziemlich genau zwei Jahre, laut discogs. Aber Gutes braucht Zeit, wie wir alle wissen.

Einige random facts über Ariel Pink

  • er ist der Lofi-Freund, den du nie hattest
  • seine Musik klingt wie eine zugerittene Kompaktkassette in einem LADA-Autoradio
  • er ist der beste Beweis dafür, dass die imaginären 60er sind nie zu Ende gegangen
  • er ist der Schöpfer zweitbester Autofahrmusik, gleich nach Klaus Dinger (der übrigens kürzlich verstorben ist)
  • Noch ein Plus - Ariel Pink ist nicht tot
  • seine Lyrics oszillieren meiner Ansicht nach zwischen Jonathan Richman, Mark E. Smith und Daniel Johnston. Oder von mir aus zwischen Frank Zappa und Cpt. Beefheart.

Siehst du, es ist absolut sinnlos über Musik aus Fanperspektive zu schreiben. Aber du verstehst.